Andreas Grün     Presse

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Pressestimmen über den Gitarristen

Andreas Grün tritt mit gelassener Selbstverständlichkeit auf, lässig, aber nicht nachlässig, konzentriert, aber nicht angespannt. Das drückt sich schon in einem sehr subtilen Anschlag aus: Sensible Finger, die die Saiten kaum zu berühren scheinen und ein Maximum an Nuancen dem warm klingenden Instrument entlocken. Dazu eine Grifftechnik, deren Virtuosität erstaunlich ist.
Wie erstaunlich, stellte Andreas Grün gleich zu Anfang mit seiner Interpretation der g-Moll-Lautensuite von Johann Sebastian Bach (BWV 995) unter Beweis: Eine Folge von sieben Tanzsätzen voll von schwierigen Akkorden und Harmonieverbindungen, dazu Triller und Doppelschläge. … Grün strukturierte das Werk nicht nur nach logischen Einheiten, sondern gab ihm auch fast romantische Stimmungsnuancen. …
Von Bach ging Andreas Grün zwei Jahrhunderte zurück in die Renaissance, um einem der ganz großen Komponisten und Virtuosen seines Instruments, dem Italiener Francesco da Milano, seine Hommage zu erweisen Er tat dies mit einer lebensvollen (und dementsprechend auch sehr plastisch musizierten) Folge von Ricercari und Fantasien.
Den erfahrenen Konzertgitarristen und einfühlsamen Musiker verriet Grüns Interpretation der Suite op.164 des Wieners Ernst Krenek: Ein komplexes Werk voll subtiler Kontraste mit Elementen aus Jazz und der Zwölftonskala, wiewohl die Harmonien immer wieder klassische Strukturen andeuten. Die Werkauslegung verriet nicht nur den Intellekt des studierten Musikwissenschaftlers, sondern vor allem die Seele des Künstlers, deren intuitives Verständnis auch Laien die Musik Kreneks greifbar werden ließ.

Südwest Presse

Šis atlikėjas nestebino publikos braviuriškais pasažais ar ypač greitais tempais, bet suteikė didžiulį malonumą gerai apmastyta kurinių frazuote, logiška dinamika, puikiu muzikos formos bei stiliaus pojučiu. Gitaristo pasirodyma gali apibudinti dviem epitetais – aukšta kultūra ir akademiškumas.
Dieser Musiker überraschte das Publikum nicht durch bravouröse Passagen oder besonders schnelle Tempi, sondern erfreute zuhöchst durch die wohlüberlegte Phrasierung der Werke, durch folgerichtige Dynamik und ein wunderbares musikalisches Form- und Stilgefühl. Den Auftritt des Gitarristen kann man mit zwei Begriffen kennzeichnen: hohe Kultur und Gelehrsamkeit.

Lietuvos Rytas

Andreas Grün beeindruckte sein Publikum durch den weichen und überaus klaren Klang seiner Gitarre. Bezüglich der prägnanten Ausführung der verschiedenen Stimmen ließ der Solist keine Wünsche offen.

Pforzheimer Zeitung

Andreas Grün war insofern der ideale Begleiter, als er sowohl alle gebotene Zurückhaltung übte und doch in der Variierung der gitarristischen Möglichkeiten hervortrat und ein Höchstmaß an Färbungen und auch an Effekten beigab. Die geringe Registerfähigkeit des Instruments Flöte ergänzte er aufs trefflichste, als habe er die Impulse übernommen. Es ergab sich ein wohltuendes Ebenmaß an Kammermusik.

Freudenstädter Kreiszeitung

Andreas Grün … bewies die unter Gitarristen seltene Eigenschaft, exakt im Rhythmus zu spielen und oft zu hörende Nebengeräusche absolut unterdrücken zu können. Dabei ist auch sein Ton präsent und klanglich zuhöchst befriedigend. – Das Zusammenspiel beider Künstler war von selbstverständlicher Übereinstimmung, selbst in den schwierigsten Tempi oder Rhythmen und bei allen, auch den nur angedeuteten Modifikationen. … So ergänzten sich beide Künstler, die … ohne Starallüren hohes musikalisches Niveau boten, in ihrem Spiel wie aus einem Guss zu einem Musizieren voll jugendlichen Schwungs, das sympathisch in der Schlichtheit des Vortrags, mitreißend durch das Engagement und die Ehrlichkeit ihrer Spielweise die Zuhörer zu langanhaltendem Beifall animierte.

Südwest Presse

Unter dem Motto Zeitenwende – Wendezeiten stellte der Karlsruher Gitarrist und Komponist Andreas Grün … in seinem Recital deutschen Kompositionen der Romantik Werke der unmittelbaren Gegenwart gegenüber. Es wurde ein Abend, der durch seine kluge Programmdramaturgie überraschende Perspektiven aufzeigte und vor allem Anstoß zum Nachdenken bot – aufregend mitzuerleben, wie sich „Altes“ und „Neues“ wechselseitig beleuchteten und sich so zwischen verschiedenen Zeiten und Stilen plötzlich geheime Verbindungen eröffneten.
Heinrich Marschners „Zwölf Bagatellen“ op.4 zogen sich, in drei Abschnitte unterteilt, als roter Faden quer durchs gesamte Programm. Von Marschners oft unterschätzten Stücken, den im engeren Sinne einzigen genuin romantischen Kompositionen für Gitarre solo, denen Andreas Grün einen erstaunlichen Farb- und Facettenreichtum abgewann, hoben sich die übrigen Werke des Abends, allesamt in den 90er Jahren entstanden, auf unterschiedlichste Weise ab; der wiederholte Rückbezug auf Marschner suggerierte natürlich die reizvolle Frage, ob „Romantisches“ auch in zeitgenössischen Kompositionen von Bedeutung ist.
Der Karlsruher Komponist Stephan Marc Schneider gab mit seinem Stück „Je suis encore un chêne“, dessen Titel auf Anouilhs Deutung einer Fabel La Fontaines anspielt, hierauf eine sehr klangbetonte und eindeutig bejahende Antwort. (Das belegt schon ein flüchtiger Blick in die Partitur, die Vortagsanweisungen wie „mit Stolz und Schmerz“, „verlöschend“ oder „Melodie aus der Ferne, sehr dünn und zart“ enthält.) Andreas Grüns Interpretation, die vor allem im Mittelteil einige berückende Momente bot, rückte gerade diesen expressiv-gestischen Gehalt der Musik in den Vordergrund und machte deutlich, dass der Blick zurück nicht Rückschritt bedeuten muss.
Das eigentliche Zentrum des Programms jedoch bildete eine Eigenkomposition Andreas Grüns, deren Titel („Die Hölderlin-Vertonungen des Josquin Desprez“) das Motto des Abends – die Durchdringung verschiedener Zeiten – auf ironische Weise zusammenfasste. (Josquin starb 1521, also fast genau 250 Jahre vor Hölderlins Geburt.) Die durchweg extrem langsamen und auf einfachste melodische Bewegungen reduzierten Sätze entfalteten sich, ausgehend von der Einstimmigkeit des Beginns, zu einem immer dichteren polyphonen Netzwerk. Ihr versunkenes Kreisen und die Gleichförmigkeit ihrer Bewegung riefen eine klangliche Magie hervor, deren Sogwirkung auch mit den … ausgestellten Arbeiten Armin Goecks eine wunderbare Verbindung einging. Den Schlusspunkt des Programms bildete schließlich Detlev Glanerts 1994 entstandene Komposition „Paralipomena – Sieben Stücke für Gitarre zu einem Märchen von Novalis“, das den Bezug zum übergreifenden Thema schon im Titel trug und dem Abend einen weiteren romantischen Aspekt – den der äußeren Virtuosität – hinzufügte.

Neureuter Nachrichten


Fotos: Rasa Žiburkienė

 


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