Andreas Grün

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Als ich vor langer Zeit die erste Version dieser Homepage ins Netz stellte, war es keine Frage, mich als beides, als Gitarrist und Komponist, zu präsentieren. Heute bin ich da schon etwas im Zweifel, denn durch meine Arbeit als Lehr­beauftragter an der Musik­hoch­schule Trossingen, wo ich von 2006 bis 2021 Gitarre als Hauptfach sowie die Lehr­ver­anstaltung „Neue Musik für Gitarre“ unterrichtet habe, verschob sich die frühere Balance meiner Tätigkeiten eindeutig zur Gitarre hin. Der Weg in diese Richtung war schon durch kleinere Lehr­aufträge an den Musik­hoch­schulen Karls­ruhe und Mann­heim ein­geschlagen, während mein eigenes Studium – Schul­musik in Karlsruhe, Gitarre in Wien, dann Komposition in Karlsruhe und Basel – noch beide Bereiche gleicher­maßen im Blick hatte. Ein großer Teil meiner Werke – Solo­stücke für verschiedene Instrumente, Vokal- und Kammer­musik sowie Chor- und Orchester­werke – entstand also bereits in diesen frühen Jahren. Die Gitarre dagegen begleitet mich un­vermindert bis heute.
Indem ich nicht nur als Solist, sondern regel­mäßig auch als Kammer­musiker auf­trete, konnte ich mit vielen hervor­ragenden Kollegen und Orchestern im In- und Aus­land auf Konzert­bühnen und in Aufnahme­studios musizieren. Ein besonders schöner Erfolg einer solchen Zusammen­arbeit war es, 2001 beim Inter­nationalen Kammer­musik­wett­bewerb Schwein­furt mit meinen Partnern, dem Čiurlionis-Streich­quartett aus Vilnius, als bestes Ensemble mit Gitarre mit dem zweiten Preis aus­gezeichnet zu werden.
Geschrieben habe ich zwar weiterhin – allerdings nur noch selten Musik, dafür um so mehr Texte: Skripte für die Neue-Musik-Vorlesung, Essays für Gitarren­zeitschriften. Dabei führten meine Vorlesungen mich selbst zu tief­schürfenden Recherchen über die Gitarre im Œuvre Hans Werner Henzes, in deren Rahmen ich sein bis dahin ver­schollenes frühestes Gitarren­werk ausfindig machen und 2016 ur­aufführen konnte. Die daraus ent­standenen Artikel für ver­schiedene Fach­zeit­schriften fanden inter­nationale Re­sonanz und brachten mir Ein­ladungen zu Vorträgen, ebenso wie meine Gedanken zur Spiel­technik, die geprägt wurden durch den hol­ländischen Musiker­physio­therapeuten Gerrit van de Klas­horst und 2020 in meinem Buch Gitarren­technik meistern mit musik­physio­logischem Wissen publiziert wurden.
Nach wie vor unterrichte ich gerne, gebe gerne weiter, was ich mir im Laufe vieler Jahre erarbeitet habe, sei es im Unterricht für Kinder und Jugendliche, sei es in Fort­bildungen und Work­shops. Immer noch spiele ich gerne, sei es solo oder zu­sammen mit Kollegen.
Und wer weiß, vielleicht kommt irgendwann auch wieder die Zeit zu kom­ponieren?

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Pressestimmen über mein Gitarrenspiel weiter zurück

Von den ersten Akkorden an herrschte eine schier atemlose Stille im Publikum. Es waren keineswegs virtuose Effekte, die eine solche Kon­zentration bewirkten, sondern die suggestive Art und Weise, wie Andreas Grün die musikalischen Figurationen heraus­arbeitete. Er modellierte be­hut­sam und zart die einzelnen Motive, schuf leise Über­gänge, baute die Spannungs­bögen sachte auf und ließ sie nachklingen.

Pforzheimer Zeitung

Andreas Grün wusste seinem Instrument Farben abzu­gewinnen, das Linien­geflecht be­stechend klar nach­zu­zeichnen und auch schließlich dem virtuosen Spiel sein Recht zu geben. Was aber am meisten be­ein­druckte, war sein ur­musikalisches, lebendig atmendes Musizieren. Der Hörer war nie gelangweilt, obwohl eine einzelne Gitarre längst nicht den Raum so besitz­ergreifend füllt wie bei­spiels­weise ein Flügel.
Doch war dieses intensive Spiel Andreas Grüns so voller Ab­wechslung, so voller dynamischer Nuancen und so voller plastischer Klar­heit, dass die Spannung vom ersten bis zum letzten Ton anhielt.

Südwest Presse

Aus der Feder von Joh. Fr. Fasch stammte das Konzert für Gitarre, Streicher und Basso continuo d-Moll. Andreas Grün aus Karlsruhe stellte beispielhaft die Klang­fülle und -schön­heit des Solo­instrumentes vor; der zweite Satz, ein reiner Ohren­schmeichler. Die griff­technischen Heraus­forderungen dieses Werkes wurden mit spielerischer Leichtig­keit gelöst.

Oberndorfer Zeitung

A. Grün, par sa technique éblouissante, prouvait son degré stupéfiant de virtuosité.
A. Grün bewies durch seine blendende Technik einen ver­blüffenden Grad an Virtuosität.

Vevey-Riviera

Reiktų pažymėti išties retą atlikėjo universalumą bei preciziškumą. Kažin ar atsirastų Lietuvoje panašaus lygio klasikinės gitaros meistras.
Man muss die wirklich seltene Universalität sowie Präzision des Spielers bemerken. Wer weiß, ob man in Litauen einen Meister der klassischen Gitarre von ähnlich hohem Niveau finden könnte.

Durys, Klaipėda (Memel)

Eine perfekte Aufnahme! … Man kann diese Werke kaum besser spielen. … Den Gitarristen erkennt man sofort als großen, fein­sinnigen Künstler. Er spielt mit er­lesenem Schön­heits­sinn und musikalisch motivierter Nuancier­fähigkeit.

Das Orchester

weitere Pressestimmen


Andreas Grün tritt mit gelassener Selbst­ver­ständlich­keit auf, lässig, aber nicht nach­lässig, konzentriert, aber nicht an­gespannt. Das drückt sich schon in einem sehr subtilen Anschlag aus: Sensible Finger, die die Saiten kaum zu berühren scheinen und ein Maximum an Nuancen dem warm klingenden Instrument ent­locken. Dazu eine Griff­technik, deren Virtuosität erstaunlich ist.
Wie erstaunlich, stellte Andreas Grün gleich zu Anfang mit seiner Inter­pretation der g-Moll-Lautensuite von Johann Sebastian Bach (BWV 995) unter Beweis: Eine Folge von sieben Tanz­sätzen voll von schwierigen Akkorden und Harmonie­verbindungen, dazu Triller und Doppel­schläge. Grün strukturierte das Werk nicht nur nach logischen Ein­heiten, sondern gab ihm auch fast romantische Stimmungs­nuancen.
Von Bach ging Andreas Grün zwei Jahr­hunderte zurück in die Renaissance, um einem der ganz großen Komponisten und Virtuosen seines Instruments, dem Italiener Francesco da Milano, seine Hommage zu erweisen Er tat dies mit einer lebens­vollen (und dem­ent­sprechend auch sehr plastisch musizierten) Folge von Ricercari und Fantasien.
Den erfahrenen Konzertgitarristen und ein­fühl­samen Musiker verriet Grüns Inter­pretation der Suite op. 164 des Wieners Ernst Krenek: Ein komplexes Werk voll subtiler Kontraste mit Elementen aus Jazz und der Zwölf­ton­skala, wiewohl die Harmonien immer wieder klassische Strukturen andeuten. Die Werk­auslegung verriet nicht nur den Intellekt des studierten Musik­wissen­schaftlers, sondern vor allem die Seele des Künstlers, deren intuitives Ver­ständnis auch Laien die Musik Kreneks greif­bar werden ließ.

Südwest Presse

Šis atlikėjas nestebino publikos braviuriškais pasažais ar ypač greitais tempais, bet suteikė didžiulį malonumą gerai apmastyta kurinių frazuote, logiška dinamika, puikiu muzikos formos bei stiliaus pojučiu. Gitaristo pasi­rodyma gali apibudinti dviem epitetais – aukšta kultūra ir akademiškumas.
Dieser Musiker überraschte das Publikum nicht durch bravouröse Passagen oder be­sonders schnelle Tempi, sondern erfreute zu­höchst durch die wohl­überlegte Phrasierung der Werke, durch folge­richtige Dynamik und ein wunder­bares musikalisches Form- und Stil­gefühl. Den Auftritt des Gitarristen kann man mit zwei Begriffen kenn­zeichnen: hohe Kultur und Ge­lehr­samkeit.

Lietuvos Rytas

Andreas Grün beeindruckte sein Publikum durch den weichen und überaus klaren Klang seiner Gitarre. Be­züglich der prägnanten Aus­führung der ver­schiedenen Stimmen ließ der Solist keine Wünsche offen.

Pforzheimer Zeitung

Andreas Grün war insofern der ideale Begleiter, als er sowohl alle gebotene Zurück­haltung übte und doch in der Variierung der gitarristischen Möglich­keiten hervor­trat und ein Höchst­maß an Färbungen und auch an Effekten beigab. Die geringe Register­fähig­keit des Instruments Flöte ergänzte er aufs trefflichste, als habe er die Impulse übernommen. Es ergab sich ein wohl­tuendes Eben­maß an Kammer­musik.

Freudenstädter Kreiszeitung

Andreas Grün bewies die unter Gitarristen seltene Eigen­schaft, exakt im Rhythmus zu spielen und oft zu hörende Neben­geräusche absolut unter­drücken zu können. Dabei ist auch sein Ton präsent und klanglich zu­höchst be­friedigend. – Das Zusammen­spiel beider Künstler war von selbst­ver­ständlicher Überein­stimmung, selbst in den schwierigsten Tempi oder Rhythmen und bei allen, auch den nur an­gedeuteten Modifikationen. … So ergänzten sich beide Künstler, die ohne Star­allüren hohes musikalisches Niveau boten, in ihrem Spiel wie aus einem Guss zu einem Musizieren voll jugendlichen Schwungs, das sym­pathisch in der Schlicht­heit des Vortrags, mit­reißend durch das Engage­ment und die Ehrlich­keit ihrer Spiel­weise die Zuhörer zu lang­anhaltendem Bei­fall animierte.

Südwest Presse

Unter dem Motto Zeitenwende – Wende­zeiten stellte der Karls­ruher Gitarrist und Komponist Andreas Grün in seinem Recital deutschen Kompositionen der Romantik Werke der un­mittel­baren Gegen­wart gegen­über. Es wurde ein Abend, der durch seine kluge Programm­dramaturgie über­raschende Per­spektiven auf­zeigte und vor allem Anstoß zum Nach­denken bot – auf­regend mit­zu­erleben, wie sich „Altes“ und „Neues“ wechsel­seitig beleuchteten und sich so zwischen ver­schiedenen Zeiten und Stilen plötzlich geheime Ver­bindungen er­öffneten.
Heinrich Marschners „Zwölf Bagatellen“ op. 4 zogen sich, in drei Abschnitte unter­teilt, als roter Faden quer durchs gesamte Pro­gramm. Von Marschners oft unter­schätzten Stücken, den im engeren Sinne einzigen genuin romantischen Kom­positionen für Gitarre solo, denen Andreas Grün einen erstaunlichen Farb- und Facetten­reichtum ab­gewann, hoben sich die übrigen Werke des Abends, allesamt in den 90er Jahren entstanden, auf unter­schiedlichste Weise ab; der wieder­holte Rück­bezug auf Marschner suggerierte natürlich die reiz­volle Frage, ob „Romantisches“ auch in zeit­ge­nössischen Kom­positionen von Be­deutung ist.
Der Karlsruher Komponist Stephan Marc Schneider gab mit seinem Stück „Je suis encore un chêne“, dessen Titel auf Anouilhs Deutung einer Fabel La Fontaines anspielt, hierauf eine sehr klang­betonte und eindeutig bejahende Antwort. (Das belegt schon ein flüchtiger Blick in die Partitur, die Vortags­anweisungen wie „mit Stolz und Schmerz“, „ver­löschend“ oder „Melodie aus der Ferne, sehr dünn und zart“ enthält.) Andreas Grüns Inter­pretation, die vor allem im Mittel­teil einige be­rückende Momente bot, rückte gerade diesen expressiv-gestischen Gehalt der Musik in den Vorder­grund und machte deutlich, dass der Blick zurück nicht Rück­schritt bedeuten muss.
Das eigentliche Zentrum des Programms jedoch bildete eine Eigen­komposition Andreas Grüns, deren Titel („Die Hölderlin-Vertonungen des Josquin Desprez“) das Motto des Abends – die Durch­dringung ver­schiedener Zeiten – auf ironische Weise zusammen­fasste. (Josquin starb 1521, also fast genau 250 Jahre vor Hölderlins Geburt.) Die durchweg extrem lang­samen und auf ein­fachste melodische Bewegungen re­duzierten Sätze ent­falteten sich, aus­gehend von der Ein­stimmigkeit des Beginns, zu einem immer dichteren polyphonen Netz­werk. Ihr versunkenes Kreisen und die Gleich­förmigkeit ihrer Bewegung riefen eine klangliche Magie her­vor, deren Sog­wirkung auch mit den ausgestellten Arbeiten Armin Goecks eine wunder­bare Verbindung ein­ging. Den Schluss­punkt des Programms bildete schließlich Detlev Glanerts 1994 ent­standene Kom­position „Paralipomena – Sieben Stücke für Gitarre zu einem Märchen von Novalis“, das den Bezug zum über­greifenden Thema schon im Titel trug und dem Abend einen weiteren romantischen Aspekt – den der äußeren Virtuosität – hin­zu­fügte.

Neureuter Nachrichten

Pressestimmen über meine Kompositionen zurück

Unzweifelhafter Höhepunkt war eine „sym­phonie fantastique en miniature“, wie Frank Michael die Komposition seines Musiker­kollegen Andreas Grün nannte. Sein „Capriccio über mi-chae-la“ geriet zur spannenden akustischen Dar­stellung der Chaos­theorie.

Marburger Neue Zeitung

Die eindrucksvollste Komposition dieses Abends war vielleicht das Streich­trio „Schatten – Spuren – Splitter“ „für Träumer­ohren“ von Andreas Grün.

Badische Neueste Nachrichten

Das Morbide seiner Epoche hat Trakl voraus­geschaut, und Todes­sehn­sucht erfüllte ihn in kühn formulierten Nacht­bildern. Grüns Ver­tonungen sind adäquat, voll düsterer Schön­heit, in einem fahlen Glanz. Da wird nicht gelärmt, gestottert und gegeckert, sondern beklemmend schön gesungen.

Pforzheimer Zeitung

Bezwingende Wirkung mit seinen hämmernden Klavier­bass­tönen in den Eck­sätzen löste das plakative, höchst ein­dringliche Klavier­trio Nr. 1 aus, das Andreas Grün komponiert hatte.

Badische Neueste Nachrichten

Weitere Pressestimmen zu den einzelnen Kom­positionen siehe auf der Seite Werke über die jeweiligen Verweise weitere Informationen.



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