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Als ich vor langer Zeit die erste Version
dieser Homepage ins Netz stellte, war es keine Frage, mich als beides, als Gitarrist und Komponist, zu präsentieren.
Heute bin ich da schon etwas im Zweifel, denn durch meine Arbeit als Lehrbeauftragter an der Musikhochschule
Trossingen, wo ich von 2006 bis 2021 Gitarre als Hauptfach sowie die Lehrveranstaltung „Neue Musik für Gitarre“
unterrichtet habe, verschob sich die frühere Balance meiner Tätigkeiten eindeutig zur Gitarre hin. Der Weg in diese
Richtung war schon durch kleinere Lehraufträge an den Musikhochschulen Karlsruhe und Mannheim
eingeschlagen, während mein eigenes Studium – Schulmusik in Karlsruhe, Gitarre in Wien, dann Komposition in
Karlsruhe und Basel – noch beide Bereiche gleichermaßen im Blick hatte. Ein großer Teil meiner Werke – Solostücke
für verschiedene Instrumente, Vokal- und Kammermusik sowie Chor- und Orchesterwerke – entstand also bereits
in diesen frühen Jahren. Die Gitarre dagegen begleitet mich unvermindert bis heute.
Indem ich nicht nur als Solist, sondern regelmäßig
auch als Kammermusiker auftrete, konnte ich mit vielen hervorragenden Kollegen und Orchestern im In- und
Ausland auf Konzertbühnen und in Aufnahmestudios musizieren. Ein besonders schöner Erfolg einer solchen
Zusammenarbeit war es, 2001 beim Internationalen Kammermusikwettbewerb Schweinfurt mit meinen
Partnern, dem Čiurlionis-Streichquartett aus Vilnius, als bestes Ensemble mit Gitarre mit dem zweiten Preis ausgezeichnet
zu werden.
Geschrieben habe ich zwar weiterhin – allerdings nur noch selten Musik, dafür um so mehr Texte: Skripte für die
Neue-Musik-Vorlesung, Essays für Gitarrenzeitschriften. Dabei führten meine Vorlesungen mich selbst zu tiefschürfenden
Recherchen über die Gitarre im Œuvre Hans Werner Henzes, in deren Rahmen ich sein bis dahin verschollenes frühestes
Gitarrenwerk ausfindig machen und 2016 uraufführen konnte. Die daraus entstandenen Artikel für verschiedene
Fachzeitschriften fanden internationale Resonanz und brachten mir Einladungen zu Vorträgen, ebenso
wie meine Gedanken zur Spieltechnik, die geprägt wurden durch den holländischen Musikerphysiotherapeuten
Gerrit van de Klashorst und 2020 in meinem Buch Gitarrentechnik meistern mit
musikphysiologischem Wissen publiziert wurden.
Nach wie vor unterrichte ich gerne, gebe gerne weiter, was ich mir im Laufe vieler Jahre erarbeitet habe, sei es im
Unterricht für Kinder und Jugendliche, sei es in Fortbildungen und Workshops. Immer noch spiele ich gerne,
sei es solo oder zusammen mit Kollegen.
Und wer weiß, vielleicht kommt irgendwann auch wieder die Zeit zu komponieren?
ausführlichere biografische Informationen
aktuelles Soloprogramm (PDF)


Von den ersten Akkorden an herrschte eine schier atemlose Stille im Publikum. Es waren keineswegs virtuose Effekte, die eine solche Konzentration bewirkten, sondern die suggestive Art und Weise, wie Andreas Grün die musikalischen Figurationen herausarbeitete. Er modellierte behutsam und zart die einzelnen Motive, schuf leise Übergänge, baute die Spannungsbögen sachte auf und ließ sie nachklingen.
Pforzheimer Zeitung
Andreas Grün wusste seinem Instrument Farben abzugewinnen, das Liniengeflecht bestechend
klar nachzuzeichnen und auch schließlich dem virtuosen Spiel sein Recht zu geben. Was aber am meisten
beeindruckte, war sein urmusikalisches, lebendig atmendes Musizieren. Der Hörer war nie gelangweilt,
obwohl eine einzelne Gitarre längst nicht den Raum so besitzergreifend füllt wie beispielsweise ein Flügel.
Doch war dieses intensive Spiel Andreas Grüns so voller Abwechslung, so voller dynamischer Nuancen und so voller
plastischer Klarheit, dass die Spannung vom ersten bis zum letzten Ton anhielt.
Südwest Presse
Aus der Feder von Joh. Fr. Fasch stammte
das Konzert für Gitarre, Streicher und Basso continuo d-Moll. Andreas Grün aus Karlsruhe stellte beispielhaft die
Klangfülle und
Oberndorfer Zeitung
A. Grün, par sa technique éblouissante, prouvait son degré stupéfiant de virtuosité.
A. Grün bewies durch seine blendende Technik einen verblüffenden Grad an Virtuosität.
Vevey-Riviera
Reiktų pažymėti išties retą atlikėjo
universalumą bei preciziškumą. Kažin ar atsirastų Lietuvoje panašaus lygio klasikinės gitaros meistras.
Man muss die wirklich seltene Universalität sowie Präzision des Spielers bemerken. Wer weiß, ob man in Litauen
einen Meister der klassischen Gitarre von ähnlich hohem Niveau finden könnte.
Durys, Klaipėda (Memel)
Eine perfekte Aufnahme! … Man kann diese Werke kaum besser spielen. … Den Gitarristen erkennt man sofort als großen, feinsinnigen Künstler. Er spielt mit erlesenem Schönheitssinn und musikalisch motivierter Nuancierfähigkeit.
Das Orchester
Andreas Grün tritt mit gelassener Selbstverständlichkeit auf, lässig, aber nicht nachlässig,
konzentriert, aber nicht angespannt. Das drückt sich schon in einem sehr subtilen Anschlag aus: Sensible Finger,
die die Saiten kaum zu berühren scheinen und ein Maximum an Nuancen dem warm klingenden Instrument entlocken.
Dazu eine Grifftechnik, deren Virtuosität erstaunlich ist.
Wie erstaunlich, stellte Andreas Grün gleich zu Anfang mit
seiner Interpretation der g-Moll-Lautensuite von Johann Sebastian Bach (BWV 995) unter Beweis: Eine Folge von
sieben Tanzsätzen voll von schwierigen Akkorden und Harmonieverbindungen, dazu Triller und Doppelschläge.
Grün strukturierte das Werk nicht nur nach logischen Einheiten, sondern gab ihm auch fast romantische Stimmungsnuancen.
Von Bach ging Andreas Grün zwei Jahrhunderte zurück in die Renaissance, um einem der ganz großen Komponisten und
Virtuosen seines Instruments, dem Italiener Francesco da Milano, seine Hommage zu erweisen Er tat dies mit einer
lebensvollen (und dementsprechend auch sehr plastisch musizierten) Folge von Ricercari und Fantasien.
Den erfahrenen Konzertgitarristen und einfühlsamen Musiker verriet Grüns Interpretation der Suite
op. 164 des Wieners Ernst Krenek: Ein komplexes Werk voll subtiler Kontraste mit Elementen aus Jazz und der
Zwölftonskala, wiewohl die Harmonien immer wieder klassische Strukturen andeuten. Die Werkauslegung
verriet nicht nur den Intellekt des studierten Musikwissenschaftlers, sondern vor allem die Seele des
Künstlers, deren intuitives Verständnis auch Laien die Musik Kreneks greifbar werden ließ.
Südwest Presse
Šis atlikėjas nestebino publikos braviuriškais pasažais ar ypač greitais tempais, bet suteikė didžiulį
malonumą gerai apmastyta kurinių frazuote, logiška dinamika, puikiu muzikos formos bei stiliaus pojučiu. Gitaristo
pasirodyma gali apibudinti dviem epitetais – aukšta kultūra ir akademiškumas.
Dieser Musiker überraschte das Publikum nicht durch bravouröse Passagen oder besonders schnelle Tempi, sondern
erfreute zuhöchst durch die wohlüberlegte Phrasierung der Werke, durch folgerichtige Dynamik und ein
wunderbares musikalisches Form- und Stilgefühl. Den Auftritt des Gitarristen kann man mit zwei Begriffen
kennzeichnen: hohe Kultur und Gelehrsamkeit.
Lietuvos Rytas
Andreas Grün beeindruckte sein Publikum
durch den weichen und überaus klaren Klang seiner Gitarre. Bezüglich der prägnanten Ausführung der
verschiedenen Stimmen ließ der Solist keine Wünsche offen.
Pforzheimer Zeitung
Andreas Grün war insofern der ideale Begleiter, als er sowohl alle gebotene Zurückhaltung übte und doch in der Variierung der gitarristischen Möglichkeiten hervortrat und ein Höchstmaß an Färbungen und auch an Effekten beigab. Die geringe Registerfähigkeit des Instruments Flöte ergänzte er aufs trefflichste, als habe er die Impulse übernommen. Es ergab sich ein wohltuendes Ebenmaß an Kammermusik.
Freudenstädter Kreiszeitung
Andreas Grün bewies die unter Gitarristen seltene Eigenschaft, exakt im Rhythmus zu spielen und oft zu hörende Nebengeräusche absolut unterdrücken zu können. Dabei ist auch sein Ton präsent und klanglich zuhöchst befriedigend. – Das Zusammenspiel beider Künstler war von selbstverständlicher Übereinstimmung, selbst in den schwierigsten Tempi oder Rhythmen und bei allen, auch den nur angedeuteten Modifikationen. … So ergänzten sich beide Künstler, die ohne Starallüren hohes musikalisches Niveau boten, in ihrem Spiel wie aus einem Guss zu einem Musizieren voll jugendlichen Schwungs, das sympathisch in der Schlichtheit des Vortrags, mitreißend durch das Engagement und die Ehrlichkeit ihrer Spielweise die Zuhörer zu langanhaltendem Beifall animierte.
Südwest Presse
Unter dem Motto Zeitenwende – Wendezeiten
stellte der Karlsruher Gitarrist und Komponist Andreas Grün in seinem Recital deutschen Kompositionen der Romantik
Werke der unmittelbaren Gegenwart gegenüber. Es wurde ein Abend, der durch seine kluge
Programmdramaturgie überraschende Perspektiven aufzeigte und vor allem Anstoß zum Nachdenken bot
– aufregend mitzuerleben, wie sich „Altes“ und „Neues“ wechselseitig beleuchteten und sich so zwischen
verschiedenen Zeiten und Stilen plötzlich geheime Verbindungen eröffneten.
Heinrich Marschners „Zwölf Bagatellen“ op. 4 zogen sich, in drei Abschnitte unterteilt, als roter Faden quer
durchs gesamte Programm. Von Marschners oft unterschätzten Stücken, den im engeren Sinne einzigen genuin romantischen
Kompositionen für Gitarre solo, denen Andreas Grün einen erstaunlichen Farb- und Facettenreichtum abgewann,
hoben sich die übrigen Werke des Abends, allesamt in den 90er Jahren entstanden, auf unterschiedlichste Weise ab; der
wiederholte Rückbezug auf Marschner suggerierte natürlich die reizvolle Frage, ob „Romantisches“ auch in
zeitgenössischen Kompositionen von Bedeutung ist.
Der Karlsruher Komponist Stephan Marc Schneider gab mit seinem Stück „Je suis encore un chêne“, dessen Titel auf Anouilhs
Deutung einer Fabel La Fontaines anspielt, hierauf eine sehr klangbetonte und eindeutig bejahende Antwort. (Das belegt
schon ein flüchtiger Blick in die Partitur, die Vortagsanweisungen wie „mit Stolz und Schmerz“, „verlöschend“ oder
„Melodie aus der Ferne, sehr dünn und zart“ enthält.) Andreas Grüns Interpretation, die vor allem im Mittelteil
einige berückende Momente bot, rückte gerade diesen expressiv-gestischen Gehalt der Musik in den Vordergrund
und machte deutlich, dass der Blick zurück nicht Rückschritt bedeuten muss.
Das eigentliche Zentrum des Programms jedoch bildete eine Eigenkomposition Andreas Grüns, deren Titel („Die
Hölderlin-Vertonungen des Josquin Desprez“) das Motto des Abends – die Durchdringung verschiedener Zeiten
– auf ironische Weise zusammenfasste. (Josquin starb 1521, also fast genau 250 Jahre vor Hölderlins Geburt.)
Die durchweg extrem langsamen und auf einfachste melodische Bewegungen reduzierten Sätze entfalteten
sich, ausgehend von der Einstimmigkeit des Beginns, zu einem immer dichteren polyphonen Netzwerk. Ihr
versunkenes Kreisen und die Gleichförmigkeit ihrer Bewegung riefen eine klangliche Magie hervor, deren
Sogwirkung auch mit den ausgestellten Arbeiten Armin Goecks eine wunderbare Verbindung einging. Den
Schlusspunkt des Programms bildete schließlich Detlev Glanerts 1994 entstandene Komposition „Paralipomena
– Sieben Stücke für Gitarre zu einem Märchen von Novalis“, das den Bezug zum übergreifenden Thema schon im Titel
trug und dem Abend einen weiteren romantischen Aspekt – den der äußeren Virtuosität – hinzufügte.
Neureuter Nachrichten


Unzweifelhafter Höhepunkt war eine „symphonie fantastique en miniature“, wie Frank Michael die Komposition seines Musikerkollegen Andreas Grün nannte. Sein „Capriccio über mi-chae-la“ geriet zur spannenden akustischen Darstellung der Chaostheorie.
Marburger Neue Zeitung
Die eindrucksvollste Komposition dieses Abends war vielleicht das Streichtrio „Schatten – Spuren – Splitter“ „für Träumerohren“ von Andreas Grün.
Badische Neueste Nachrichten
Das Morbide seiner Epoche hat Trakl vorausgeschaut, und Todessehnsucht erfüllte ihn in kühn formulierten Nachtbildern. Grüns Vertonungen sind adäquat, voll düsterer Schönheit, in einem fahlen Glanz. Da wird nicht gelärmt, gestottert und gegeckert, sondern beklemmend schön gesungen.
Pforzheimer Zeitung
Bezwingende Wirkung mit seinen hämmernden Klavierbasstönen in den Ecksätzen löste das plakative, höchst eindringliche Klaviertrio Nr. 1 aus, das Andreas Grün komponiert hatte.
Badische Neueste Nachrichten
Weitere Pressestimmen zu den einzelnen Kompositionen siehe auf der Seite Werke
über die jeweiligen Verweise
weitere Informationen.
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