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Aus eigenem Antrieb heraus nahm ich während meiner Schulzeit Gitarren- und später auch Klavier- und Orgelunterricht. Dass ich eine Zeitlang sogar zwischen Gitarre und Orgel als Hauptfach für das künftige Musikstudium schwankte, lag natürlich an der damaligen musikalischen Umgebung meiner Heimatstadt Pforzheim in der Ära des überragenden Kirchenmusikdirektors Rolf Schweizer, in dessen Oratorienchor ich singenderweise viele der großen Werke der abendländischen Musik kennenlernen konnte.
Die Entscheidung fiel dann doch zugunsten des leiseren Instruments aus, in Gestalt eines Schulmusikstudiums mit Leistungsfach Gitarre in Karlsruhe, zu dem sich dann später das Beifach Musikwissenschaft gesellte. Prägende Lehrer waren dabei Wilhelm Bruck (Gitarre), Jürgen Hübscher (Laute), Herbert Seidemann (Klavier), Martin Schmidt (Dirigieren), Rudolf Kelterborn (Musiktheorie) und Ulrich Michels (Musikgeschichte). Zahlreiche Kurse bei verschiedenen namhaften Gitarristen sowie privater Gitarrenunterricht bei Hans-Michael Koch (Hannover) begleiteten mein Studium. Anschließend besuchte ich als Stipendiat der Accademia Chigiana in Siena die Meisterklasse von Oscar Ghiglia und beendete meine akademische Ausbildung als Gitarrist mit einem Stipendium des DAAD in Wien bei Konrad Ragoßnig. – Das Kompositionsstudium bei Wolfgang Rihm führte mich dann zurück nach Karlsruhe. Abschließend studierte ich noch ein Jahr lang Komposition bei meinem früheren Lehrer Rudolf Kelterborn in Basel.
Damit schienen die Lehrjahre beendet zu sein. 2008–09 bekam ich dann allerdings aufgrund einer Spielstörung noch einmal entscheidende Impulse von dem bedeutenden, damals bereits über 80-jährigen holländischen Musikerphysiotherapeuten Gerrit Onne van de Klashorst, der mir ein vertieftes, in einigen Punkten grundlegend von traditionellen Lehrmeinungen abweichendes Verständnis von Spieltechnik vermittelte.
Dass mein kompositorisches Schaffen – Werke für verschiedene Soloinstrumente, Vokal- und Kammermusik sowie
Chor- und Orchesterwerke – fast ausschließlich in den 80er- und 90er-Jahren entstand und aufgeführt wurde, ist dem
einfachen Umstand geschuldet, dass die Gitarre schon die ganze Zeit über den bedeutenderen Anteil meines Broterwerbs
sicherte und von daher immer mehr die Priorität in meiner beruflichen Tätigkeit genoss.
Da ich schon seit Studienzeiten nicht nur als Solist konzertiere, sondern gerne und regelmäßig auch als Kammermusiker auftrete, konnte ich über all die Jahre mit vielen hervorragenden Kollegen bis hin zu wunderbaren Orchestern und Dirigenten im In- und Ausland musizieren, sei es live und unplugged auf der Bühne oder abgeschottet im Studio für Rundfunk- oder Tonträgerproduktionen. Einen geografischen Schwerpunkt stellte dabei 1994–2005 das gerade unabhängig gewordene Litauen dar, wo ich die Gelegenheit hatte, mit großartigen Musikern zusammenzuspielen. Eine solche Zusammenarbeit, nämlich mit dem Čiurlionis-Streichquartett aus Vilnius, wurde dann 2001 beim Internationalen Kammermusikwettbewerb Schweinfurt, wo ich als einziger deutscher Teilnehmer die Finalrunde erreichen konnte, mit dem zweiten Preis ausgezeichnet – die höchste Auszeichnung, die an ein Ensemble mit Gitarre vergeben wurde.

Trotz solcher Erfolge: Auch vom Konzertieren allein wird man nicht satt. Und daher bin ich immer auch als Pädagoge tätig gewesen, sowohl an der Basis, mit Kindern und Jugendlichen, als auch in der Berufsaus- und Fortbildung. Ein kurzer Vertretungslehrauftrag an der Musikhochschule Karlsruhe war mein Einstieg in die Laufbahn als Hochschullehrer. 2003–12 leitete ich dann an der Mannheimer Musikhochschule den Gitarrenkurs für Schulmusiker und 2006–21 schließlich war ich Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Trossingen, wo ich sowohl as Hauptfach Gitarre unterrichtete, als auch den viersemestrigen Kurs „Neue Musik für Gitarre“ abhielt, der regelmäßig mit den von mir organisierten „Tagen der Neuen Gitarrenmusik“ endete.
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Nachdem ich auch früher gelegentlich Texte über verschiedene gitarristische Themen verfasst und veröffentlicht hatte, führte der Neue-Musik-Kurs mich zu meiner umfangreichsten Recherche, nämlich über Hans Werner Henzes bis dahin verschollenes erstes Gitarrenwerk, seine 1955 geschriebene Musik zum Rundfunkroman Der sechste Gesang. Ich konnte dabei das Manuskript auffinden und diese Musik 2016 in ihrem ursprünglichen Kontext posthum uraufführen. Meine ausführlichen Essays über dieses Thema erschienen in verschiedenen Musikzeitschriften und fanden internationales Interesse.

Dass ich immer wieder eingeladen werde, Vorträge zu halten, etwa über Henzes Gitarrenmusik oder über meine von Gerrit Onne van de Klashorst geprägten und in meinem 2020 veröffentlichten Buch Gitarrentechnik meistern mit musikphysiologischem Wissen ausführlich behandelten Gedanken zur Spieltechnik, ist mir stets ein willkommener Anlass, Kollegen zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen.

Meine Konzerte sind, verglichen mit früher, zwar etwas weniger geworden, bereiten mir aber – sowohl kammermusikalisch als auch solistisch – immer noch großes Vergnügen.
Mit besonderem Stolz erfüllt es mich, dass etliche meiner ehemaligen Schüler und Studenten inzwischen selbst erfolgreiche Musiker, Wettbewerbspreisträger oder Hochschuldozenten sind. Und vielleicht werden es ja noch mehr – denn nach wie vor gebe ich in Karlsruhe Privatunterricht: für Anfänger, zur Vorbereitung auf Musikabitur oder Aufnahmeprüfung und im Sinne von „LLL““, lebenslangem Lernen, auch als berufsbegleitende Fortbildung für Gitarrenlehrer und Konzertgitarristen, bei Bedarf auch mit Unterstützung in Rat und Tat zur Umstellung auf eine physiologisch sinnvolle Technik zur Vermeidung oder notfalls auch Überwindung von Fehlhaltungen oder Spielstörungen.
